1. Mai: Raus auf die Straße!

1.Mai: Warum wir?

Der 1.Mai gilt traditionell als Kampftag der Arbeiterklasse, in Deutschland, dem Land der Dichter und schon immer besonders schlauen Denker, gerne auch als Tag der (nationalen) Arbeit. Als solcher ist er seit 1933 gesetzlicher Feiertag. Warum Arbeit und die Existenz einer entsprechenden Klasse Grund zur Feier sind, bleibt ein, sich unserem Verstand entziehendes Rätsel. Eine klare Antwort haben wir hingegen auf die Frage, warum wir als Student_innen unseren Mund aufmachen sollten, gerade dann, wenn Lohnarbeit das Thema ist. Noch kein halbes Jahr ist verstrichen, seit auch auf Landshuts Straßen „freie Bildung für alle“ gefordert wurde. Nichts aber auch gar Nichts hat sich seit dem getan, nicht an der Qualität unserer Ausbildung und schon dreimal nicht an dem Umstand, dass sie immer noch Ausbildung ist. Immer noch möchte Bildung sein, was wahrhaftig die Vorbereitung auf ein jahrzehntelanges Zugrundegehen im ökonomischen Getriebe, auf den langsame graue Tot des Lebens im Kapitalismus , auf den kapitalistische Alltag im kalten Mantel der Lohnarbeit.
Deshalb wir! Weil auch uns trifft, was keinen treffen sollte!
Am 1. Mai das Maul aufmachen gegen Lohnarbeit und Kapitalismus!

Es folgt unser gemeinsamer Aufruf mit [F.A.U.L.]:

Krise? Welche Krise?
Im Krisenjahr 2009 stimmten nicht wenige bereits ihre Klagelieder über einen bevorstehenden Zusammenbruch des Kapitalismus an. Doch 2010 befindet sich Deutschland angeblich bereits wieder im Aufschwung, auch wenn die ‚faulen‘ Griechen mit ihrem Pleitestaat das internationale Ansehen der EU beflecken.
Ist die Krise also bereits vorüber? Die einzig ehrliche Antwort lautet: NEIN! Mit der drohenden Staatspleite G r i e c h e n l a n d s u n d d e n Wackelkandidaten der sogenannten PIIGS-Staaten (neben Griechenland noch Portugal, Italien, Irland und Spanien) steht die EU noch vor großen Problemen. Alle anderen EU-Staaten sind ebenfalls mit hohen Schulden belastet, was durch die Übernahme der Bankverbindlichkeiten während der Finanzmarktkrise zusätzlich verschärft wurde. Und auch wenn die Regierung und die Medien nicht müde werden den Aufschwung herbeizureden, hat auch Deutschland die Krise bei weitem noch nicht überwunden. Die dramatischsten Folgen konnte D e u t s c h l a n d d u r c h s t a a t l i c h e Konjunkturpakete und Hilfsleistungen f ü r d i e g e b e u t e l t e Wi r t s c h a f t aufschieben bzw. abschwächen. Mit der A b w r a c k p r ä m i e w u r d e n d e r Automobilindustrie mehrere Milliarden Euro geschenkt, während die Kurzarbeit d i e Fo l g e n d e r Kr i s e f ü r d e n Arbeitsmarkt abfedert. Doch obwohl der deutsche Staat bis zu 100 % der Sozialabgaben während der Kurzarbeit übernimmt wurden bereits tausende (Leih-)Arbeiter_innen entlassen und der Druck auf die Noch-Beschäftigten hat deutlich zugenommen.
Endlich wird die Arbeit knapp!
Nicht nur die aktuelle Krise, sondern die allgemeine Entwicklungstendenz des Kapitalismus macht menschliche Arbeit überflüssig. Wenn der Kapitalismus in den letzten 400 Jahren etwas Gutes gebracht hat, dann die ungeheure Produktivkraftentwicklung: Wo früher Hunderte malochen mussten, reichen heute zehn; was früher Tage dauerte,
schaffen Maschinen heute in wenigen M i n u t e n . D o c h d i e s e Her mit dem schönen Leben! Produktivkraftentwicklung nützt derzeit einzig dem Kapital, das menschliche Arbeit wegrationalisiert und durch gesunkene Lohnkosten seine Profite
erhöht. Grundsätzlich wäre es ja zu begrüßen, wenn die notwendige Arbeit mit weniger Eins a t z mens chl i che r Arbe i t z u
bewerkstelligen wäre. Doch im Kapitalismus führt dies zu einer p a r a d o x e n E n t w i c k l u n g : D i e Produktivkraftentwicklung führt gleichzeitig zum Ausschluss ganzer Bevölkerungsteile von der Erwerbsarbeit und damit zu deren Verelendung, da sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr oder nur noch durch staatliche Unterstützung bestreiten können. Dieser systematische Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe wird den Betroffenen dann auch noch als Schmarotzertum vorgeworfen. An s t a t t a l s o d i e g ewa c h s e n e n Möglichkeiten der Produktion von Reichtum zu Gunsten aller zu nutzen, wird der Reichtum privat von wenigen angeeignet, während der Rest froh sein
darf seine Arbeitskraft auch unter den e r b ä rml i c h s t e n Be d i n g u n g e n z u reproduzieren. Wäre die Maschine das Eigentum aller, so hätte jeder Nutzen davon. Sie wäre der Gemeinschaft von größtem Vorteil. Jeder rein mechanische, jede eintönige und dumpfe Arbeit, jede Arbeit, die mit widerlichen Dingen zu tun hat und den Menschen in abstoßende Situationen zwingt, muß von der Maschine getan werden.[…] Jetzt verdrängt die Maschine den Menschen. Unter richtigen Zuständen wird sie ihm dienen. (Oscar Wilde, Die Seele des Menschen im Sozialismus, S. 34)
Kapitalismus abwracken!
Das Elend der Welt ist nicht Schuld von anglo-amerikanischen Heuschrecken oder gieriger Manager. Es ist die konsequente F o l g e d e s k a p i t a l i s t i s c h e n No rma l b e t r i e b s ! Di e Kr i s e d e r Arbeiter_innen ist in Wirklichkeit nur der Au s d r u c k d e r k a p i t a l i s t i s c h e n Krisenhaftigkeit. Wenn sich der Kapitalismus außer Lage zeigt die g e s t i e g e n e n Mö g l i c h k e i t e n d e r Bedürfnisbefriedigung vernünftig zu organisieren, sondern stattdessen nur die Konkurrenz und den Leistungsdruck zwi s chen den Mens che ne rhöht , dann mus s man s i c h
vernünftigerweise fragen, ob der Ka p i t a l i smu s n i c h t e n d l i c h überwunden werden muss.
Ich will ja gar nichts anderes, als daß die Welt so eingerichtet wird, daß die Menschen nicht ihre überflüssigen Anhängsel sind, sondern daß in Gottes Namen die Dinge um der Menschen Willen da sind und nicht die Menschen um der Dinge Willen, die sie noch dazu selbst gemacht haben. (Theodor W. Adorno)
Her mit dem schönen Leben!
Der Kapitalismus hat die Mittel bereitgestellt, um allen Menschen weltweit ein schönes Leben zu
ermöglichen. Doch im Kapitalismus wi r d me n s c h l i c h e Ar b e i t s o organisiert, dass sie zum Schaden der Menschen ist. Deswegen treten wir für ein Ende dieser Diktatur des Profits über die menschlichen Bedürfnisse ein und fordern die vernünftige Organi s a t ion der Produkt ion zur mens chl i che n Bedürfnisbefriedigung! Gegen die menschenverachtende wie
k r i s e n h a f t e D y n a m i k d e s Kapitalismus setzen wir daher die Vision einer kommunistischen Gesellschaft, in der nicht staatliche Zwecke oder die Zwänge des Marktes, sondern die menschlichen Bedür fni s s e de r Maßs t ab de r Produktion sind.
Keinen Finger krumm für diese Gesellschaft!
Luxus für alle!
Für den libertären Kommunismus!

[F.A.U.L. – Forum Autonomer Umtriebe Landshut] – faul.blogsport.de – twitter.com/FAUL_
FACK – Freie Assoziation Communistischer Kommiliton_innen – fack.blogsport.de
Heraus zum revolutionären ‚Her mit dem schönen Leben‘-Block auf der Demo des DGB! Sa., 1. Mai, 9:30 Uhr – Postplatz
… und danach ab 12 Uhr im Infoladen Landshut (Wagnergasse 10,84034) diskutieren, essen, trinken!

1. Mai: Raus auf die Straße!

1.Mai: Warum wir?

Der 1.Mai gilt traditionell als Kampftag der Arbeiterklasse, in Deutschland, dem Land der Dichter und schon immer besonders schlauen Denker, gerne auch als Tag der (nationalen) Arbeit. Als solcher ist er seit 1933 gesetzlicher Feiertag. Warum Arbeit und die Existenz einer entsprechenden Klasse Grund zur Feier sind, bleibt ein, sich unserem Verstand entziehendes Rätsel. Eine klare Antwort haben wir hingegen auf die Frage, warum wir als Student_innen unseren Mund aufmachen sollten, gerade dann, wenn Lohnarbeit das Thema ist. Noch kein halbes Jahr ist verstrichen, seit auch auf Landshuts Straßen „freie Bildung für alle“ gefordert wurde. Nichts aber auch gar Nichts hat sich seit dem getan, nicht an der Qualität unserer Ausbildung und schon dreimal nicht an dem Umstand, dass sie immer noch Ausbildung ist. Immer noch möchte Bildung sein, was wahrhaftig die Vorbereitung auf ein jahrzehntelanges Zugrundegehen im ökonomischen Getriebe, auf den langsame graue Tot des Lebens im Kapitalismus , auf den kapitalistische Alltag im kalten Mantel der Lohnarbeit.
Deshalb wir! Weil auch uns trifft, was keinen treffen sollte!
Am 1. Mai das Maul aufmachen gegen Lohnarbeit und Kapitalismus!

Es folgt unser gemeinsamer Aufruf mit [F.A.U.L.]:

Krise? Welche Krise?
Im Krisenjahr 2009 stimmten nicht wenige bereits ihre Klagelieder über einen bevorstehenden Zusammenbruch des Kapitalismus an. Doch 2010 befindet sich Deutschland angeblich bereits wieder im Aufschwung, auch wenn die ‚faulen‘ Griechen mit ihrem Pleitestaat das internationale Ansehen der EU beflecken.
Ist die Krise also bereits vorüber? Die einzig ehrliche Antwort lautet: NEIN! Mit der drohenden Staatspleite G r i e c h e n l a n d s u n d d e n Wackelkandidaten der sogenannten PIIGS-Staaten (neben Griechenland noch Portugal, Italien, Irland und
Spanien) steht die EU noch vor großen Problemen. Alle anderen EU-Staaten sind ebenfalls mit hohen Schulden belastet, was durch die Übernahme der Bankverbindlichkeiten während der Finanzmarktkrise zusätzlich verschärft wurde. Und auch wenn die Regierung und die Medien nicht müde werden den Aufschwung herbeizureden, hat auch Deutschland die Krise bei weitem noch nicht überwunden. Die dramatischsten Folgen konnte D e u t s c h l a n d d u r c h s t a a t l i c h e Konjunkturpakete und Hilfsleistungen f ü r d i e g e b e u t e l t e Wi r t s c h a f t aufschieben bzw. abschwächen. Mit der A b w r a c k p r ä m i e w u r d e n d e r Automobilindustrie mehrere Milliarden Euro geschenkt, während die Kurzarbeit d i e Fo l g e n d e r Kr i s e f ü r d e n Arbeitsmarkt abfedert. Doch obwohl der deutsche Staat bis zu 100 % der Sozialabgaben während der Kurzarbeit übernimmt wurden bereits tausende (Leih-)Arbeiter_innen entlassen und der Druck auf die Noch-Beschäftigten hat deutlich zugenommen.
Endlich wird die Arbeit knapp!
Nicht nur die aktuelle Krise, sondern die allgemeine Entwicklungstendenz des Kapitalismus macht menschliche Arbeit überflüssig. Wenn der Kapitalismus in den letzten 400 Jahren etwas Gutes gebracht hat, dann die ungeheure Produktivkraftentwicklung: Wo früher Hunderte malochen mussten, reichen heute zehn; was früher Tage dauerte,
schaffen Maschinen heute in wenigen M i n u t e n . D o c h d i e s e Her mit dem schönen Leben! Produktivkraftentwicklung nützt derzeit einzig dem Kapital, das menschliche Arbeit wegrationalisiert und durch gesunkene Lohnkosten seine Profite
erhöht. Grundsätzlich wäre es ja zu begrüßen, wenn die notwendige Arbeit mit weniger Eins a t z mens chl i che r Arbe i t z u
bewerkstelligen wäre. Doch im Kapitalismus führt dies zu einer p a r a d o x e n E n t w i c k l u n g : D i e Produktivkraftentwicklung führt gleichzeitig zum Ausschluss ganzer Bevölkerungsteile von der Erwerbsarbeit und damit zu deren Verelendung, da sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr oder nur noch durch staatliche Unterstützung bestreiten können. Dieser systematische Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe wird den Betroffenen dann auch noch als Schmarotzertum vorgeworfen. An s t a t t a l s o d i e g ewa c h s e n e n Möglichkeiten der Produktion von Reichtum zu Gunsten aller zu nutzen, wird der Reichtum privat von wenigen angeeignet, während der Rest froh sein
darf seine Arbeitskraft auch unter den e r b ä rml i c h s t e n Be d i n g u n g e n z u reproduzieren. Wäre die Maschine das Eigentum aller, so hätte jeder Nutzen davon. Sie wäre der Gemeinschaft von größtem Vorteil. Jeder rein mechanische, jede eintönige und dumpfe Arbeit, jede Arbeit, die mit widerlichen Dingen zu tun hat und den Menschen in abstoßende Situationen zwingt, muß von der Maschine getan werden.[…] Jetzt verdrängt die Maschine den Menschen. Unter richtigen Zuständen wird sie ihm dienen. (Oscar Wilde, Die Seele des Menschen im Sozialismus, S. 34)
Kapitalismus abwracken!
Das Elend der Welt ist nicht Schuld von anglo-amerikanischen Heuschrecken oder gieriger Manager. Es ist die konsequente F o l g e d e s k a p i t a l i s t i s c h e n No rma l b e t r i e b s ! Di e Kr i s e d e r Arbeiter_innen ist in Wirklichkeit nur der Au s d r u c k d e r k a p i t a l i s t i s c h e n Krisenhaftigkeit. Wenn sich der Kapitalismus außer Lage zeigt die g e s t i e g e n e n Mö g l i c h k e i t e n d e r Bedürfnisbefriedigung vernünftig zu organisieren, sondern stattdessen nur die Konkurrenz und den Leistungsdruck zwi s chen den Mens che ne rhöht , dann mus s man s i c h
vernünftigerweise fragen, ob der Ka p i t a l i smu s n i c h t e n d l i c h überwunden werden muss.
Ich will ja gar nichts anderes, als daß die Welt so eingerichtet wird, daß die Menschen nicht ihre überflüssigen Anhängsel sind, sondern daß in Gottes Namen die Dinge um der Menschen Willen da sind und nicht die Menschen um der Dinge Willen, die sie noch dazu selbst gemacht haben. (Theodor W. Adorno)
Her mit dem schönen Leben!
Der Kapitalismus hat die Mittel bereitgestellt, um allen Menschen weltweit ein schönes Leben zu
ermöglichen. Doch im Kapitalismus wi r d me n s c h l i c h e Ar b e i t s o organisiert, dass sie zum Schaden der Menschen ist. Deswegen treten wir für ein Ende dieser Diktatur des Profits über die menschlichen Bedürfnisse ein und fordern die vernünftige Organi s a t ion der Produkt ion zur mens chl i che n Bedürfnisbefriedigung! Gegen die menschenverachtende wie
k r i s e n h a f t e D y n a m i k d e s Kapitalismus setzen wir daher die Vision einer kommunistischen Gesellschaft, in der nicht staatliche Zwecke oder die Zwänge des Marktes, sondern die menschlichen Bedür fni s s e de r Maßs t ab de r Produktion sind.
Keinen Finger krumm für diese Gesellschaft!
Luxus für alle!
Für den libertären Kommunismus!

[F.A.U.L. – Forum Autonomer Umtriebe Landshut] – faul.blogsport.de – twitter.com/FAUL_
FACK – Freie Assoziation Communistischer Kommiliton_innen – fack.blogsport.de
Heraus zum revolutionären ‚Her mit dem schönen Leben‘-Block auf der Demo des DGB! Sa., 1. Mai, 9:30 Uhr – Postplatz
… und danach ab 12 Uhr im Infoladen Landshut (Wagnergasse 10,84034) diskutieren, essen, trinken!

01.05: 1.Mai Demonstration in Landshut

Ort: Postplatz
Zeit: 9:30Uhr
Veranstalter: DGB

Am 1.Mai findet wie im letzten Jahr eine 1.Mai Demonstration des DGB statt. Gemeinsam mit den Genoss_innen der Gruppe [F.A.U.L.] und den Mitglieder des Landshuter Schüler_Innen-bündnisses rufen wir zur Bildung eines „Her mit dem schönen Leben“-Block auf!

05.03.: Privateigentum – „tief im Wesen des Menschen“ begründet? Zur Entstehung und Kritik des bürgerlichen Eigentumsbegriffs.

Vortragsveranstaltung mit Dr. Ingo Elbe
Veranstaltet vom Salon de la Critique
Ort: VHS Landshut (Ländgasse 41)
Zeit: 05.03.2010 | 19:30 Uhr

Der Begriff des Privateigentums ist einer der zentralen Begriffe, auf dem die moderne Gesellschaft ihr Selbstverständnis aufbaut. Privateigentum wird als „dem“ Menschen angemessene Aneignungs- und Rechtsform von Gütern begriffen – die bürgerliche Gesellschaft damit als vernünftig und dem Wesen des Menschen angemessene legitimiert. Die bei weitem einflussreichste Fassung, ja die Begründung des modernen Privateigentumsbegriffs findet sich in der 1689 veröffentlichten Zweiten Abhandlung über die Regierung von John Locke. Locke leitet das Recht auf Privateigentum aus dem Wesen des Menschen ab, genauer: aus der „Vermischung“ seiner Fähigkeiten mit Sachgütern durch Arbeit. Privateigentum wird damit erstmals in der politischen Ideengeschichte systematisch als vorsoziales Rechtsinstitut begründet und damit dem aufstrebenden Bürgertum eine nachhaltige Legitimationsgrundlage geschaffen, die noch im BGB nachwirkt. Auch viele Kritiken am Kapitalismus wurden von dieser „Arbeitstheorie des Eigentums“ geprägt („Eigentum (der Ausbeuter) ist Diebstahl“, „Recht auf den vollen Arbeitsertrag“ usw.). Der Vortrag soll Lockes Ansatz in seinen Grundzügen und ideengeschichtlichen Konstellationen vorstellen und einer Kritik unterziehen. Die Widersprüche des ökonomischen Liberalismus sollen dabei ebenso deutlich werden, wie die gemeinsamen (falschen) Grundlagen, die viele linke Eigentumstheorien mit ihrem liberalen Widerpart teilen.

13.02.: Trauermarsch verhindern! Keine Versöhnung mit Deutschland!

Antifa-Demo gegen den geplanten Naziaufmarsch und jede Geschichtsumdeutung
Ort: Dresden

Wir dokumentieren einen Auszug aus dem Aufruf von venceremos.
Auch am 13. Februar 2010 werden in Dresden wieder mehrere tausend Antifaschist_innen gegen den Nazi-Großaufmarsch
protestieren. Wir rufen dazu auf, dieses Anliegen nicht losgelöst von einer grundlegenden Kritik des Gedenkens zu betrachten und den Fokus linksradikaler Aktivitäten auch auf das städtische Gedenken zu richten. Ein Ansatz, der zugunsten einer breiten Mobilisierung allein den Naziaufmarsch in den Mittelpunkt rückt, übergeht allzu leicht den geschichtsrevisionistischen Kern sämtlicher 13. Februar-Gedenkenformen. Die Folgen sind unangenehm
aber vorhersehbar: Subsumierung ins Dresden-Gedenk-Ringelpiez und Eingemeindung in die Dresdner Bürgerschaft, die das Ansehen Dresdens und das Gedenken gegen einen »Missbrauch« verteidigen will.
Folgerichtig sollte sich eine radikale Linke bemühen, eine gedenkkritische Position sicht- und wahrnehmbar zu machen und darauf verzichten, sich ausschließlich an den Nazis abzuarbeiten. Das heißt zuallererst, die Differenzen zwischen dem bürgerlichen Gedenken und dem der Nazis richtig einzuschätzen: sie sind vorhanden, aber nur vordergründiger
Art und spätestens mit dem Hauptanliegen, der Trauer um vermeintliche deutsche Opfer, erschöpft. Genau hier gilt es anzusetzen und Kritik zu üben. Unterbleibt diese, etwa aus Sorge um die Anschlussfähigkeit der eigenen Position, wird weiterhin die sowohl im bürgerlichen als auch im Nazi-Spektrum kursierende Erzählung von den Deutschen als Opfer des Zweiten Weltkriegs gestärkt und damit auch ein neuer deutscher Nationalismus legitimiert. Eine Linke, die solche geschichtspolitische Kritik aufgibt, würde sich selbst überflüssig machen.
Selbstverständlich folgt hieraus nicht, die Nazis rechts liegen zu lassen. Ein Aufmarsch, der ein offen nationalsozialistisches
Weltbild propagiert, außerdem Shoa und Vernichtungskrieg relativiert darf nicht unwidersprochen stattfinden.
Ihm kompromisslos entgegenzutreten ergibt sich schon allein aus dessen Größenordnung und dem damit einhergehenden ganz realen Gefahrenpotential.
Deswegen heißt es auch 2010: Keine Versöhnung mit Deutschland. Gegen jeden Geschichtsrevisionismus. Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmarsch verhindern.

Allen Interessierten sei zur Planung der Anreise unbedingt das offene Treffen der Gruppe [F.A.U.L.] am 01.02. empfohlen. Mit der Quantität des Faschopacks steigt nicht unbedingt der Wohlfühlfaktor einer Stadt oder der Anreise dort hin. Unserer eigenen Sicherheit wegen bedarf es best möglicher Koordination im Vorfeld.